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Zahnfleischrückgang: Symptome, Ursachen und Behandlung

25. November 2025

Zahnärztin_Marienkirche_Ochtrup_Blog_Zahnfleischrückgang

Zahnfleischrückgang ist ein weit verbreitetes Problem in der Zahnmedizin, das nicht nur ästhetische, sondern auch funktionelle Auswirkungen hat. Die Zahnhälse werden sichtbar, die Zähne erscheinen länger, und das Risiko für Empfindlichkeiten, Entzündungen und Zahnverlust steigt deutlich. Eine rechtzeitige Erkennung und gezielte Behandlung sind entscheidend, um dauerhafte Schäden zu vermeiden.

Was ist Zahnfleischrückgang?

Zahnfleischrückgang (auch Gingivarezession) bezeichnet den Rückzug des Zahnfleischgewebes von den Zähnen. Dabei wird die Wurzeloberfläche teilweise oder vollständig freigelegt. Dies kann einzelne Zähne oder das gesamte Gebiss betreffen. Der Rückgang erfolgt meist schleichend und bleibt im Anfangsstadium oft unbemerkt.

Im Gegensatz zur Parodontitis, bei der eine bakterielle Entzündung im Vordergrund steht, kann Zahnfleischrückgang auch mechanisch oder durch andere Faktoren ausgelöst werden. Dennoch besteht oft ein enger Zusammenhang zwischen beiden Erscheinungen. Denn auch beim Zahnfleischrückgang kann sich das Gewebe entzünden, wenn es durch äußere Reize oder mangelnde Mundhygiene belastet wird.

Der Rückgang des Zahnfleisches führt dazu, dass der Schutz der Zahnhälse verloren geht. Diese sind empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen wie Temperatur oder Berührung. Gleichzeitig steigt die Gefahr für Karies an den freiliegenden Wurzeloberflächen, da diese nicht vom robusten Zahnschmelz geschützt sind. Ein frühzeitiges Erkennen und Behandeln ist daher essenziell für den Erhalt der Zahngesundheit.

Symptome und Warnzeichen

Zahnfleischrückgang zeigt sich durch verschiedene Anzeichen, die in der täglichen Zahnpflege oder beim Blick in den Spiegel auffallen können. Auch wenn der Prozess zunächst keine Schmerzen verursacht, gibt es typische Warnsignale, auf die geachtet werden sollte:

  • Freiliegende Zahnhälse: Die Zähne wirken optisch länger, weil das Zahnfleisch sich zurückgezogen hat und mehr von der Zahnoberfläche sichtbar ist.
  • Zahnempfindlichkeit: Besonders bei heißen, kalten, süßen oder sauren Speisen treten plötzlich ziehende oder stechende Schmerzen auf.
  • Zahnfleischbluten: Beim Zähneputzen oder der Verwendung von Zahnseide kann es zu Blutungen kommen, ein häufiges Zeichen für eine Reizung oder Entzündung.
  • Zahnlockerung: Wenn sich das Zahnfleisch stark zurückzieht, kann sich auch der Halt der Zähne im Kieferknochen verschlechtern.
  • Mundgeruch: Chronische Entzündungen oder schwer zugängliche Zahnbereiche durch Zahnfleischrückgang begünstigen unangenehmen Atem.
  • Ästhetische Veränderungen: Das Lächeln verändert sich sichtbar, die Zahnzwischenräume wirken größer, und das Zahnfleisch erscheint ungleichmäßig.
  • Spannungsgefühl im Zahnfleisch: Manche Betroffene verspüren ein unangenehmes Druck- oder Spannungsgefühl im Bereich der Zahnreihen.

Die Ursachen von Zahnfleischrückgang

Zahnfleischrückgang entsteht in der Regel nicht plötzlich, sondern entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Oft liegt eine Kombination mehrerer Ursachen zugrunde, die das Zahnfleisch schädigen oder seine Regeneration behindern. Ein Verständnis dieser Auslöser ist entscheidend, um gezielt gegensteuern zu können:

  • Falsche Putztechnik: Zu starkes oder horizontales Schrubben mit harter Zahnbürste kann das empfindliche Zahnfleisch mechanisch verletzen und zurückdrängen.
  • Entzündungen durch bakterielle Beläge: Unzureichende Mundhygiene führt zur Ansammlung von Plaque und Zahnstein, was Entzündungsreaktionen und den Abbau von Gewebe begünstigt.
  • Parodontitis: Die chronische Entzündung des Zahnhalteapparates zerstört nicht nur das Zahnfleisch, sondern langfristig auch den Kieferknochen.
  • Zähneknirschen und Pressen (Bruxismus): Dauerhafte Überbelastung durch nächtliches Knirschen kann Mikrobewegungen an den Zähnen auslösen und so das Zahnfleisch schädigen.
  • Genetische Veranlagung: Ein dünnes, empfindliches Zahnfleisch ist oft erblich bedingt und reagiert sensibler auf mechanische oder bakterielle Reize.
  • Rauchen: Nikotin vermindert die Durchblutung des Zahnfleisches, verlangsamt die Heilung und fördert entzündliche Prozesse.
  • Hormonelle Veränderungen: Schwankungen im Hormonhaushalt, etwa während der Pubertät, Schwangerschaft oder Menopause, machen das Zahnfleisch anfälliger für Reizungen.

Folgen von unbehandeltem Zahnfleischrückgang

Bleibt Zahnfleischrückgang unbehandelt, kann sich die Situation deutlich verschlechtern. Der Rückzug des Gewebes führt dazu, dass der empfindliche Bereich des Zahnhalses ungeschützt bleibt. Dies macht die Zähne anfälliger für Reize, was sich in Form von Schmerzempfindlichkeit äußert. Gleichzeitig wird der Zahnhalteapparat instabiler.

Ohne funktionierendes Zahnfleisch verliert der Zahn an Halt. In Kombination mit einer Parodontitis kann es sogar zu einem Rückgang des Kieferknochens kommen. Die betroffenen Zähne beginnen zu wackeln, was im schlimmsten Fall zu Zahnverlust führt. Auch Zahnhalskaries tritt häufiger auf, da die freiliegenden Wurzelbereiche besonders anfällig für bakterielle Angriffe sind.

Darüber hinaus leidet das äußere Erscheinungsbild. Ein ungleichmäßiger Zahnfleischverlauf wirkt ungepflegt und kann das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Schlimmer noch: Chronische Entzündungsherde im Mundraum stehen im Verdacht, Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit zu haben. Sie können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabeteskomplikationen oder Frühgeburten erhöhen.

Behandlungsmethoden

Die Behandlung von Zahnfleischrückgang richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad und dem allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person. Ziel ist es, den Prozess zu stoppen, das Gewebe zu stabilisieren und (wenn möglich) auch ästhetisch zu korrigieren:

  • Professionelle Zahnreinigung (PZR): Entfernt hartnäckige Beläge und reduziert Entzündungsreize im Zahnfleischbereich.
  • Parodontalbehandlung: Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen bei entzündungsbedingtem Rückgang, unterstützt durch antibakterielle Maßnahmen.
  • Mundhygieneschulung: Vermittlung einer schonenden Putztechnik und Auswahl geeigneter Zahnbürsten sowie Pflegeprodukte.
  • Knirscherschienen: Schutzschienen für die Nacht, um den Druck auf das Zahnfleisch bei Bruxismus zu reduzieren.
  • Chirurgische Verfahren: Bei ausgeprägtem Rückgang kommen Zahnfleischtransplantationen oder Verschiebelappen-Techniken zum Einsatz.
  • Ästhetische Kompositverblendung: Kaschierung freiliegender Zahnhälse durch zahnfarbene Materialien zur Wiederherstellung des Erscheinungsbildes.
  • Korrektur von Fehlstellungen: Kieferorthopädische Maßnahmen zur gleichmäßigen Belastung und Schonung des Zahnfleischs.
  • Behandlung von Grunderkrankungen: Einstellung systemischer Erkrankungen wie Diabetes zur Unterstützung der Wundheilung und Entzündungskontrolle.

Zahnfleischrückgang vorbeugen

Zahnfleischrückgang lässt sich in vielen Fällen durch konsequente und schonende Maßnahmen in der täglichen Zahnpflege verhindern. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel aus korrekter Technik, professioneller Betreuung und bewusster Lebensweise:

  • Sanfte Zahnpflege: Verwenden Sie weiche Zahnbürsten und üben Sie nur leichten Druck beim Putzen aus, idealerweise mit einer zahnschonenden Technik wie der Bass-Methode.
  • Gründliche Reinigung der Zahnzwischenräume: Täglicher Einsatz von Zahnseide oder Interdentalbürsten verhindert die Ansammlung von Plaque in schwer zugänglichen Bereichen.
  • Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen: Frühe Anzeichen von Zahnfleischrückgang oder Entzündungen können bei Routineuntersuchungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
  • Professionelle Zahnreinigungen: Ein- bis zweimal pro Jahr durchgeführte Reinigungen beim Zahnarzt entfernen hartnäckige Beläge und beugen Parodontitis effektiv vor.
  • Verzicht auf Rauchen: Nikotinverzicht verbessert die Durchblutung und verringert das Risiko für entzündungsbedingte Zahnfleischprobleme deutlich.
  • Stressbewältigung: Stressreduktion senkt die Wahrscheinlichkeit von Bruxismus, der das Zahnfleisch indirekt stark belasten kann.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine zahngesunde Ernährung mit wenig Zucker, ausreichender Vitaminzufuhr und ausreichend Flüssigkeit unterstützt das Immunsystem und die Mundgesundheit.
Julia Pieper – Ihr Zahnarzt Ochtrup

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